Schwanger und mit Baby zum Training?

Coach, Wettkampfathletin & jetzt Mama


Training und Shooting mit Kind erfordern besonderen Einsatz. Foto: Inka

Training mit Babybauch und als Mutter? Geht das? Vrony ist seit der Gründung 2014 Coach bei CrossFit Würzburg. Dort stehen Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit im Fokus. Zusätzlich war Vrony erfolgreich als Wettkampfathletin aktiv. Auch während ihrer Schwangerschaft von März bis Dezember 2016 nahm sie sich vor, weiterhin zu trainieren. Wie das geklappt hat, wie es ihr jetzt geht und wie ihr Fazit lautet verriet sie uns im Interview.

Würzburg erleben: Wie hast Du schwanger trainiert?
Vrony: Solange es sich gut angefühlt hat, bin ich zum Training gegangen. Das muss jede Frau selbst (und mit ihrem Arzt) entscheiden, schließlich ist jede Schwangerschaft anders. Ich habe bis im 7. Monat trainiert, zumindest ein bisschen. Danach bin ich noch spazieren gegangen und Rad gefahren. Irgendwann war mir das mit meinem Zusatzgewicht anstrengend genug.

Was ist CrossFit?
Man muss dazu sagen, dass ich zum Glück eine unkomplizierte Schwangerschaft hatte! Ich habe Sprünge vermieden, natürlich das Gewicht reduziert und meine Bauchmuskulatur geschont, denn die soll sich dehnen. Außerdem habe ich auf Bewegungen mit Druck auf den Bauch und Sturzrisiko ausgelassen. Viele Übungen kann man auch leicht verändert durchführen. Ein Beispiel: Wenn der Bauch zu groß ist für Liegestütze, kann man die Position der Hände erhöhen und auf die Knie gehen.


Vrony trainiert und Jonathan übt mit Papa Johannes. Foto: Inka

WE: Wie war es nach der Geburt?
Vrony: Nachdem Jonathan am 23.12.2016 zur Welt kam stand er natürlich an erster Stelle. Seit März 2017 bin ich wieder regelmäßig bei CrossFit Würzburg. Der Einstieg war hart. Gerade die Organisation ist schwieriger mit Kind. Wer passt auf meinen Sohn auf, wenn ich an der Hantelstange stehe? Mein Mann und ich haben uns untereinander abgestimmt. Gerade die Stillzeit war etwas kompliziert, da der Hunger eines Babys ganz klar über dem Training steht! Doch auch von anderen Athletinnen gab es Hilfe. Sonja muss ich neben meinem Mann besonders danken. Sie hat sich zur Betreuung vor Ort angeboten während ich trainiere. Außerdem ist das alles nur durch die generell kinderfreundliche Stimmung bei CrossFit Würzburg möglich. Auch andere Eltern haben ab und zu Kinder dabei.

WE: Wie sieht Dein Trainingsplan aus?
Vrony: Wenn es gut läuft, trainiere ich 3x pro Woche. Es spielt natürlich eine große Rolle, wie es Jonathan geht. Wenn ich das Gefühl habe, dass es für ihn zu anstrengend ist, muss ich mein Training auch mal ausfallen lassen. Die Prioritäten haben sich schon sehr verändert. Meine Einheiten sind momentan die normalen einstündigen WODs. Ich will erst einmal wieder fit und stark werden. Das war am Anfang sehr mühsam und hart. Ich musste mich wirklich reinhängen, um wieder Spaß daran zu finden.

Yoga bei CrossFit Würzburg
Aber es hat sich gelohnt, dran zu bleiben. Jeder Fortschritt macht mich auch ein bisschen stolz. Ab und zu habe ich auch Zeit, um Weightlifting zu trainieren. Das liebe ich sehr! Schließlich möchte ich bald wieder für meinen Verein an den den Start gehen! Aber bis ich wieder stark genug bin, dauert es noch ein bisschen.


Vrony kann sich auf Unterstützung verlassen. Foto: Inka

WE: Wie sind die Reaktionen anderer Mütter?
Vrony: Andere Mütter sind oft überrascht, dass ich Zeit und Kraft finde, einigermaßen regelmäßig zum Sport zu gehen. Als Mutter ist man ja den ganzen Tag im Einsatz und das mit dem Schlaf ist auch so ein Thema. Ich merke aber, dass ich fitter und ausgeglichener bin, wenn ich regelmäßig zum Training gehe.

WE: Welche Vorteile siehst Du im Sport für Schwangere?
Vrony: Jede Frau hat ein gutes Gespür für ihren Körper und ihr Kind. Darauf sollte sie hören. Bewegung tut vielen gut. Sie beeinflusst das Hormonsystem und dadurch auch die Stimmung positiv. Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System werden gefördert. Wenn die Mutter zufrieden ist, merkt das auch das Kind. Tatsächlich kann man so manchen Beschwerden vorbeugen (z.B. Rückenschmerzen oder Diabetes) und die Geburt besser durchhalten. Schließlich ist das eine enorme körperliche Anstrengung!

WE: Hast Du Tipps und Tricks für Mütter, die sportlich aktiv sein möchten?
Vrony: Hört auf euren Körper, aber bleibt in Bewegung! Vieles von dem, was man vorher gemacht hat, kann man weiterhin machen. Man ist ja schließlich nicht krank, sondern schwanger. Es tut auch dem Kind gut, wenn man sportlich aktiv ist, aber jede auf ihrem eigenen Level. Die Schwangerschaft ist keine Zeit für neue Rekorde (außer auf der Waage).

Beachbody durch CrossFit
Keine unnötigen Risiken, denn das ist es nicht wert! Bei Unsicherheiten kann der Arzt weiterhelfen. Wichtig ist, sich nach der Geburt Zeit zu nehmen für das Baby und sich. Regelmäßige Bewegung macht gesund, stark und ausgeglichen alles Eigenschaften, die man als Mama gut gebrauchen kann.

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CrossFit, Yoga, Gewichtheber und/oder Mobility Kurse testen? Das ist ganz leicht. Bei CrossFit Würzburg in der Posthalle gibt es dafür die Testwoche. Eine Woche lang kann man alle Kurse wann immer man möchte testen. Danach bietet sich für viele eine 10er Karte an. Das Kursangebot bietet Möglichkeiten für Einsteiger, Erfahrene, Verspannte und zukünftige Kraftpakete. Die Kurse sind auf maximal 15-20 Personen begrenzt und werden professionell betreut. So kann jeder die Stunde optimal nutzen und betreut werden. Auch Kinder sind in der Box willkommen und finden genügend Platz, damit keine Langeweile aufkommt.

Quelle: https://www.wuerzburgerleben.de/2017/10/23/schwanger-baby-crossfit-mama-training | Würzburg erleben - 23.10.2017